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Mit zwei Bussen der Fa. Wurster starteten wir nach Sigmaringen. Während der Fahrt verdunkelte sich der Himmel immer mehr, und im Verlauf der Fahrt setzte dann auch Regen ein. Erinnerungen an das letzte Landestreffen in Sigmaringen kamen hoch: damals hatte es das Fest ziemlich verregnet. Der Zapfenstreich konnte damals zwar mit Verspätung aufgeführt werden, dafür musste am nächsten Tag der Feldgottesdienst wegen starken Regens im Festzelt stattfinden und der Festzug fiel gar ganz aus. Aber um es vorweg zu nehmen – es blieb von ein paar kleineren Regenschauern am Sonntag vor dem Festzug trocken.
Nach knapp zwei Stunden Fahrt erreichten wir gegen 16:30 Uhr unser Ziel. Unser Kassier erledigte im Festbüro am Festplatz die Formalitäten, bevor wir zu unserem Quartier weiterfuhren. Der Bürgergarde Neuhausen wurde für die kommende Nacht das Hohenzollern- Gymnasium als Ruhestätte zugewiesen.
Nach dem wir unser Nachtlager hergerichtet hatten bestiegen wir wieder die Busse, die uns zum Festzelt brachten. Dort verbrachten die anreisenden Wehren die Zeit bis zum Zapfenstreich. Für Unterhaltung sorgten die teilnehmenden Spielmanns- und Musikzüge der verschiedenen Wehren. Auch wir trugen unseren Teil dazu bei.

Als letzte auftretende Gruppierung hatten wir einen sehr gelungenen Auftritt. Eine knappe Dreiviertelstunde musierten Musik- und Spielmannszug im Wechsel und gemeinsam. Mit reichhaltig Beifall belohnt verließen wir die Bühne und machten uns kurz darauf auf den Weg zur Aufstellung zum Abmarsch in den Prinzengarten, wo der Große Zapfenstreich statt fand. Nach langem Aufmarsch, gut zwanzig Minuten marschierten wir durch die Straßen Sigmaringens und den Prinzenpark, hatten wir schließlich unser Ziel erreicht.
Aufgeführt wurde das traditionelle Zeremoniell von der Stadtkapelle Trochtelfingen und dem Spielmannszug aus Hechingen. Die recht zahlreich anwesenden Zuschauern konnten sich an einer einwandfreien Aufführung erfreuen. Mit viel Beifall bedacht zogen die Akteure aus dem Park aus, und stolperten durch den stockdunklen Park zurück zum Festplatz.
Am Festzelt wieder angelangt ließ Hauptmann Michael Mayer die Formation wegtreten. Ein jeder freute sich nach der langen Steherei natürlich auf einen Sitzplatz und etwas Trinkbarem. Die einen nahmen es im Festzelt, die anderen in einer der Wirtschaften in der Innenstadt, sofern sie geöffnet hatte, zu sich.
Der nächste Morgen begann mit einem reichhaltigen Frühstück im Festzelt. Für 8:30 Uhr war der Abmarsch zum Feldgottesdienst angesetzt. Die ökumenische Messe fand schon wie der Zapfenstreich am Vorabend im Prinzenpark statt. Zum Einzug spielte die Stadtkapelle Siegmaringen „Highland Cathedral“. Bei diesem sehr schönen und einwandfrei intonierten Choral stellten sich bei so manchem Anwesenden die Nackenhaare. Im Anschluss hielt Pfarrer Helmut Müller eine eindrucksvolle Predigt, in der er einfühlsam auf die aktuellen Probleme unserer Zeit einging. Es folgte die Kranzniederlegung und Ansprache durch Landeskommandant Oberst Harald Neu. Den Ehrensalut schoss die Bürgerwache Mengen, dazu spielte die Stadtkapelle und die Bürgerwache Mengen „Ich hat einen Kameraden“.
Zum Mittagessen versammelte sich die bunte Schar der Gardisten im Festzelt. Es gab Linseneintopf mit Wursteinlage. Im weiteren Verlauf unterhielt die Stadtkapelle Trochtelfingen das Festzelt mit hervorragender Stimmungsmusik. Als dann gegen Ende des ca. zweistündigen Auftritts der „Böhmische Traum“ erklang gab es kein Halten mehr – das halbe Festzelt stand auch den Bänken. Erst nach zig Zugaben konnten die toll aufspielenden Kameradinnen und Kameraden aus Trochtelfingen die Bühne verlassen.

Nach dieser unterhaltsamen, ausgiebigen Mittagspause stand der Höhepunkt des Tages, der Festzug, auf dem Programm. Bevor wir wegmarschierten ließ Hauptmann Mayer die Kameraden vortreten, die das erste Mal in Gardeuniform dabei waren. Der Weg zu unserem Aufstellungsplatz schien kein Ende zu nehmen. Die Hauptlast hatten die Trommler und Philip Reinauer an der Großen Trommel zu tragen. Der Trommelmarsch wurde zigmal wiederholt, bis wir endlich nach einer halben Stunde unseren Standort erreichten. In den Festzug reihten wir uns als 31. Gruppierung ein. Bei mittlerweile schönem Wetter, dem Tag des offiziellen Sommeranfangs aber nicht ganz gerecht werdenden Temperaturen, marschierten wir durch Straßen von Sigmaringen. Die zahlreich erschienenen Zuschauer bedachten die Teilnehmer am Festzug mit reichlich Beifall.

Mit tollen Erinnerungen an ein schönes und gut organisiertes Festwochenende machten wir uns dann gegen 17:00 Uhr auf den Heimweg. Am Bahnhofsgelände formierte sich die Bürgergarde ein letztes mal an jenem Wochenende zum Einmarsch ins Dorfzentrum. Der neu gestaltete Kreisverkehr an der ehemaligen Pfäfflekreuzung wurde einmal umrundet bevor wir beim Evangelischen Gemeindefest aufmarschierten. Nach drei gemeinsam vorgetragenen Märschen ließ Hauptmann Dr. Mayer wegtreten. Der evangelische Pfarrer zeigte sich überrascht aber hocherfreut von dieser Ehre und bedankte sich aufs herzlichste bei uns. Zum Dank lud er uns auf einen Umtrunk ein.